Musik – Resonanz – Dialog: Die Ensemble-Gesellschaft in Hannover und Berlin

„Sechs der besten Ensembles, die wir in Deutschland haben, (…) präsentieren in einer sonst nicht zu erlebenden Breite (…) Abenteuer“

„Mit der Ensemble-Gesellschaft ist ein Stein ins Rollen geraten. Es scheint an der Zeit, dass Förderinstitutionen und Kulturpolitik anfangen umzudenken, soll sich die Neue Musik tatsächlich gesellschaftsfähig und die Gesellschaft Neue Musik-fähig erweisen.“

10.6., Deutschlandradio Kultur, Gisela Nauck über die Ensemble-Gesellschaft

Nach drei Veranstaltungen im vergangenen Jahr war die Ensemble-Gesellschaft Ende April zu Gast in Hannover und Berlin. Im Vordergrund: Der Dialog. Gesellschaftsrelevante Themen wie Liebe, Harmonie, Freiheit, Heimat, Forschung und Lebenstraum wurden in neun Konzerten mit unterschiedlichsten Mitteln be- und durchleuchtet und in den Pausen zur Diskussion gestellt.

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Ein reger Austausch fand in den den Pausen beim Blind Date Musik Talk in Hannover und in den Dialognestern in Berlin statt. Hier ein paar Kommentare aus den drei Tagen:

„In den Ensembleproben mit neuen Werken: wann muss über ein Stück gesprochen werden, wann reicht die musikalische Verständigung über die Noten nicht aus?“ (ein junger Mann)

„Jeder Komponist erfordert eine andere Art zu proben.“ (ensemble recherche)

„Inwiefern beeinflussen sich die Interpretationen alter und neuer Musik gegenseitig?“ (Studentin)

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„Ich fand das richtig antiquiert, dass mit Dirigent gespielt wurde.“ (älterer Herr)

„Würdest Du sagen, dass die Basisdemokratie in der Ensemblearbeit nicht funktioniert?“

„Was wünscht ihr euch denn von uns als Publikum?“ (ein Mann)

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„Ein Konzert, das ist das Echte, das Unmittelbare.“ (ein Mann)

„Die Idee, dass verschiedene Ensembles auftreten, mit jeweils einer Gesprächspause mit den Musikern dazwischen, finde ich klasse. Diese Art von Dialog, der aus dem eben Gehörten entsteht, bring die neue Musik relativ schnell nahe.“ (Kommentar zum Berliner Konzert auf www.twotickets.de)

 

Zum nachhören: Bericht auf SWR 2 vom 30. April.

One comment

  • Der gesamte Konzertabend steht ja mit den Themen Liebe, Harmonie und Heimat unter einem sehr gefühlvollen Vorzeichen. Was ich aber besonders spannend finde, ist, dass man nicht unbedingt die Standards oder das Positiv des jeweiligen Themas darbieten muss, um es hörbar zu machen. Im Liebeslied von Jörg Widmann hörte es sich danach an, als hinge der Haussegen derbe schief. Harmonie muss auch nicht immer klassisch harmonisch erklingen, es reicht, wenn ein Stück im Rhythmus oder in den Klangfarben zusammenpasst. Ich konnte im Konzert also immer beide Seiten des jeweiligen Themas hören – das hat mich fasziniert.
    Frau, Ende Zwanzig, zu den Konzerten der Ensemble-Gesellschaft am 25. April in Hannover

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